Die politische Symbolik der Ukraine, der Bukowina und der Stadt Czernowitz/Tscherniwzi und die Statue der "Austria"#

von Peter Diem

Ukraine - die große Unbekannte#

Größenverhältnisse in Europa

Westukraine-Ostukraine/click to enlarge

Große topographische Vielfalt/click to enlarge

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Grunddaten der Ukraine: Fläche 603.700 kmÖ, Einwohnerzahl 47.056.163
Währung:1 Hrywnja = 100 Kopeken\\
Allgemeines: http://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine http://www.ukraina.at/
Ukrainische Botschaft: http://www.ukremb.at/\\

Geschichtlicher Überblick

09.-10. Jh. Kyiwer Rus. Das mittelalterliche Reich vereinigt die Ostslawen von der Ostsee bis zum
Schwarzen Meer und von der Wolga bis zur Theiss;.
12.-14. Jh. Das Fürstentum Galizien-Wolhynien. Blütezeit im 13. Jh. unter Fürst Danylo.
Mitte des 14. Jahrhunderts wird das Fürstentum zwischen Polen und Litauen aufgeteilt
1569 Polnisch-litauische Realunion von Lublin: Fast die ganze Ukraine kommt an das Königreich Polen
1596 Kirchenunion von Brest: Spaltung der orthodoxen Kirche in Polen-Litauen und Entstehung der
unierten Kirche.
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1648/54 Befreiungskrieg unter Führung vom Hetman Bohdan Chmelnyzkyj. Die Gebiete östlich vom
Dnipro geraten nach und nach unter direktes Protektorat Russlands
1772 Erste Teilung Polens: Galizien fällt an Österreich
1793 Zweite Teilung Polens: Die rechtsufrige Ukraine fällt an Russland
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1917/18 Ukrainische Volksrepublik - Westukrainische Volksrepublik
1918/22 Bürgerkrieg in der Ukraine. Die Ukraine wird Bestandteil der UdSSR.
Die Gebiete im Westen der Ukraine werden zwischen Polen, Ungarn und Rumänien aufgeteilt
1932-33 Hungersnot nach der Zwangskollektivierung durch das Stalin-Regimes mit 6-7 Millionen Toten
1939 Eingliederung der Westukraine in die Sowjetunion nach dem Hitler-Stalin-Pakt
1941-44 Im Zweiten Weltkrieg wird die Ukraine durch deutsche Truppen besetzt.
1954 Die Krim kommt zur Ukraine
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16. Juli 1990 Das Parlament (Werchowna Rada) verkündet die Souveränität der Ukraine
24. Aug 1991 Unabhängigkeitserklärung der Ukraine

Nationale Traumata im 20. Jahrhundert#

Holodomor

(wörtlich: Hunger-Seuche): 1932/33: Als Maßnahme gegen ukrainische Unabhängigkeitsbestrebungen befiehlt Stalin, die gesamte Ernte zu beschlagnahmen und die ukrainische Landbevölkerung von der Lebensmittelversorgung abzuschneiden. Bis zu 7 Millionen Ukrainer verhungern, ohne dass die Weltöffentlichkeit von diesem Genozid Notiz nimmt.
Gedenktag
ist der letzte Samstag im November.
Bykovnya ist ein Vorort von Kyjiw. In einem Pinienwald ("Darnitsa") wurden 1937 mehr als 100.000 Opfer des stalinistischen Terrors in Massengräbern verscharrt. Bis 1988 hatte die offizielle Sowjetunion behauptet, es hätte sich um "6.329 Sowjetsoldaten, Partisanen und Mitglieder der Untergrundbewegung gehandelt, die von den Nazi-Besatzern 1941-43 umgebracht worden waren."
Deutsche Wehrmacht und SS
verursachten in der Ukraine 5-7 Millionen Tote; die Städte und die Wirtschaft wurden fast völlig zerstört. Über eine Million Ukrainer wurden zur Zwangsarbeit Richtung Deutschland deportiert. Sie wurden durch den Tryzub gekennzeichnet.
Babyn Jar (Weiberschlucht)
: Am 29. und 30. September 1941 wurden in einer Schlucht im Stadtgebiet von Kyjiw mehr als 33.000 Juden durch Maschinengewehrfeuer ermordet, gefolgt von weiteren regelmäßigen Massenerschießungen mit etwa 70.000 Toten aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Krimtataren:
Im Mai 1944 wurden 200.000 Tataren aus der Krim deportiert, nachdem ihnen Stalin Kollaboration mit den Nazis vorgeworfen hatte. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 war eine Rückkehr möglich.
Kollaboration:
Eine Teilgruppe der 1930 in Wien gegründeten Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich mit zwei Bataillonen ("Roland" und "Nachtigall") 1941 den einmarschierenden deutschen Truppen unter dem Tryzub anschloss, in der Hoffnung, so die Befreiung vom Sowjetjoch erwirkenzu können. Dies gelang jedoch nicht - Galizien wurde Teil des deutschen Generalgouvernements und der Süden fiel an Rumänien. Stepan Bandera und seine Mitkämpfer wurden verhaftet.
Tschornobyl:
Am 26. April 1986 ereignete sich in der Stadt Prypjat (im Norden von Kyjiw) nach einem misslungenen Experiment eine katastrophale Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Block 4. Etwa 400.000 Personen mussten aus der 30-km-Zone umgesiedelt werden. Rund 4.000 Personen sterben an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung.
Von großer symbolischer Bedeutung ist der Umstand, dass "Tschornobyl" übersetzt "Wermutkraut" heißt - und in der Johannes-Apokalypse heißt es: "Der dritte Engel blies seine Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel; er loderte wie ein Fackel und fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Quellen. Der Name des Sterns ist "Wermut". Ein Drittel des Wassers wurde bitter, und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war." (Off. 8, 10-11)

Symbole der Ukraine#

Die Nationalflagge der Ukraine besteht aus zwei horizontalen Streifen, von denen der obere blau und der untere gelb ist.

Die Farben Blau und Gelb gehen zumindest auf die Heraldik des Fürstentums Galizien-Wolhynien(1312-1569), wenn nicht auf eine noch frühere Periode zurück. In moderner Zeit wurden sie nach dem ersten Weltkrieg in unterschiedlicher Reihenfolge verwendet. Nach der Proklamation der Unabhängigkeit am 24. August 1991 (seither Nationalfeiertag) wurden die Farben Blau-Gelb mit Gesetz vom 28. Jänner 1992 als Nationalflagge angenommen.
Es fällt auf, dass die Ukraine im Gegensatz zu den meisten slawischen Völkern die Kombination aus Rot, Blau und Weiß nicht verwendet. Gerne interpretieren die Ukrainer ihre Farben als das Blau des Himmels über dem Gold der Weizenfelder. Farbpsychologisch interessant ist, dass Blau und Gelb als (heraldische) Grundfarben gemeinsam der Farbe Rot entgegenstehen.
Die Farben Blau-Gelb gehen bis auf die Kosakenzeit zurück. Manche Historiker behaupten jedoch, dass die ukrainischen Farben skandinavischen Ursprungs sind. Die ersten Fürsten Kiews waren ja keine Slawen sondern Waräger ("Varinger" = Wikinger, Eidgenossen). Es war dies die Bezeichnung für Normannen, die ihre Raubzüge von "Rhos" (Schweden) aus unternahmen und einen Handelsweg vom Finnischen Meerbusen bis zum Schwarzen Meer einrichteten. Im Süden führte diese Handelsroute am Dnipro entlang - mit 2.285 km ist er der drittlängste Strom Europas (nach Wolga und Donau). Er teilt die Ukraine in einen "linksufrigen" und einen "rechtsufrigen" Teil. Im 9. Jahrhundert unterwarfen sich die slawischen Völker mehr oder weniger freiwillig den Warägern: Der erste in der Geschichte erfasste Kiewer Fürst war Oleg oder Oleh (882-912), dann Igor (912-945), Olga (945-946) - jedenfalls alle mit warägischen Namen benannt. Der Name Rus` hat somit keinen slawischen sondern einen normannischen Ursprung.

In sowjetischer Zeit 1949-91

In verschiedenen Formen ab 1919

Sowjetwappen

Farbschema

Die orange Revolution #

Eine ganz andere Farbe, nämlich Orange, die Zwischenfarbe zwischen Gelb und Rot - spielte eine große Rolle in den Auseinandersetzungen um die Präsidentschaftswahlen im November 2005, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging. Seine Popularität sank jedoch kontinuierlich, und so gewann sein ehemaliger Gegenspieler am 7. Februar 2010 die Präsidentenwahl. Er wurde am 25. Februar 2010 in das Präsidentenamt eingeführt. Die in der Präsidentenwahl geschlagene Julija Tymoschenko wurde als Regierungschefin abgewählt. Neuer Ministerpräsident ist Nikolai Asarow .



Nikolai Asarow  - durch Klick vergrößern - © Wikipedia
Nikolai Asarow

Durch Klick vergrößern
Ergebnisse der Präsidentenwahl 2010

Wiktor Janukowytsch - durch Klick vergrößern © Wikipedia
Wiktor Janukowytsch


Video über die Inauguration von Präsident Wiktor_Janukowytsch

Übergabe der Amtssymbole an den neuen Präsidenten

Amtskette (mit Klick vergrößern!)
Amtskette

Amtsstab (mit Klick vergrößern!)
Amtsstab

Amtsstab (mit Klick vergrößern!)
Amtsstab

Standarte (mit Klick vergrößern!)
Standarte




Das Wappen der Ukraine ist in blau ein goldener Dreizack. Auf einer Briefmarke aus dem Jahr 2000 sind unter dem Wappen und den Farben die Insignien des Präsidenten dargestellt: die Standarte, der Amtsstab, das Siegel und die Amtskette.



Insignien des Präsidenten

Staatswappen

Standarte des Präsisdenten (mit Klick vergrößern!) © wikipedia
Standarte des Präsidenten


Das zentrale politische Symbol der Ukraine ist der Tryzub (Dreizack, auch Dreizahn). Das an das bekannte Attribut Poseidons erinnernde Zeichen geht nicht auf die Seefahrt, sondern auf die Herrscherfamilie der Kiewer Rus unter Fürst Wladimir (962-1015) zurück. Er findet sich bereits auf Münzen dieser Zeit. Es ist ungeklärt, ob es sich dabei ursprünglich um eine Waffe, einen Anker oder ein Kreuz handelte. Manche Wissenschafter sehen im Dreizack auch einen nach unten stürzenden Vogel, der aus der Zeit der Chasaren stammen könnte, deren Einflussbereich sich um 850 n.Chr. im Westen bis and den Dnipro, also bis Kyjiv erstreckte, bis sie 996 von der Kiewer Rus unterworfen wurden.
Nach Verwendung durch die Kosaken im 17. Jahrhundert kommt der Dreizack zum ersten Mal - wenn auch nur für ganz kurze Zeit - 1918 in das Wappen der Ukrainischen Volksrepublik (vgl. die Briefmarken weiter unten).
Der Dreizack erweckt bei manchen geschichtsbewussten Ukrainern allerdings gemischte Gefühle, weil er auch das Symbol der sogenannten Bandera-Bewegung war. Dies war eine Teilgruppe der 1930 in Wien gegründeten OUN, der Organisation Ukrainischer Nationalisten, die sich mit zwei Bataillonen ("Roland" und "Nachtigall") 1941 den einmarschierenden deutschen Truppen anschloss, in der Hoffnung, so die Befreiung vom Sowjetjoch erwirken zu können. Dies gelang jedoch nicht - Galizien wurde Teil des deutschen Generalgouvernements und der Süden fiel an Rumänien. Stepan Bandera und seine Mitkämpfer wurden verhaftet.
Ein traurige Funktion erfüllte das nunmehrige Nationalsymbol der Ukraine in der Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft: es diente zur Kennzeichnung ukrainischer Zwangsarbeiter und KZ-Insassen, die dieses Zeichen wie einen Judenstern aufgenäht tragen mussten.

Projekt eines Großen Staatswappens


In Planung aber auch in Kontroverse ist das Projekt eines großen, dreiteiligen Staatswappens. In der Mitte würde sich der goldene Dreizack auf blauem Schild befinden. Heraldisch rechts sieht man als Schildhalter einen gekrönten Löwen. Dieser geht auf das Stadtwappen von Lemberg Lwiw zurück. Der andere Schildhalter ist ein Kosak, der eine Muskete über die linke Schulter trägt. Die im geplanten großen Wappen enthaltene Devise "Freiheit, Einheit, Wohlstand" über den beiden Weizenähren wird gerne wie folgt interpretiert:
- Freiheit erinnert an das Freiheitsstreben der Kosaken,
- Einheit symbolisiert die Kyiwer Rus', als die heutigen Gebiete der Ukraine vereint waren, und
- Wohlstand steht für den ökonomischen Aufstieg der Ukraine.
Unten in der Mitte sieht man eine stilisierte Tscherwona Kalina (roter Schneeball). Diese Pflanze gilt als die nationale Blume der Ukraine. Der Entwurf des großen Wappens steht insgesamt für den Versuch, westliche und östliche heraldische Elemente zu vereinen.
Der Löwe findet sich seit dem 13. Jahrhundert im Stadtwappen von Lemberg / Lwiw (= Löwe). Die Stadt wurde durch den galizischen König Danylo (1201-1264) nach seinem Sohn Lev benannt.

Lemberg in der ö.-u. Monarchie

In der sowjetischen Periode|

Waffen-SS-Division "Galizien"

In der freien Ukraine seit 1991

Ein Grund, warum es Zweifel in der Eignung des Löwensymbols für das große ukrainische Staatswappens gibt, liegt in dem Umstand, dass die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS "Galizien" den Löwen als Abzeichen führte. Zwar ist ziemlich sicher, dass diese Einheit, die noch im April 1945 vor Graz kämpfte, nicht in Kriegsverbrechen verwickelt war, aber ein schaler Nachgeschmack bleibt doch. Das Bild des Kosaken wird auf den Hetman Razumovs'kyj zurückgeführt, der in der Zeit der Zarin Katharina II. (1729-1796) ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von Russland erkämpfen konnte.
Der Kosakenmythos ist im nationalen Denken der Ukrainer tief verwurzelt, was sich auch aus der ukrainischen Nationalhymne (siehe weiter unten) ablesen lässt. Die ukrainischen Kosaken werden auch als Zaporoger bezeichnet (nach der Region Zaporizzja = "hinter den Schwellen", d.h. südlich der Dnipro-Stromschnellen). Sie waren strikt mit der orthodoxen Religion verbunden. Ihr von der Vollversammlung gewählter Anführer wurde "Hetmann" genannt. Als Zeichen seiner militärischen Befehlsgewalt führte er die bulava, eine Art Szepter (vgl. die Insignien des heutigen ukrainischen Präsidenten) und den buncuk, den Kommandostab mit Ross-Schweif der Tataren. In seiner Novelle "Taras Bulba" hat N. W. Gogol den Kosaken ein literarisches Denkmal gesetzt.

Die Nationalhymne der Ukraine#


Noch sind der Ukraine Ruhm und Freiheit nicht gestorben,
Noch wird uns, junge Landsleute, das Schicksal gewogen sein.
Unsere Feinde werden vergehen wie Tau im Sonnenschein,
Und wir werden in unserem Lande, Brüder, selber die Herren sein.

Refrain : Seele und Leib setzen wir für unsere Freiheit ein
Und zeigen, Brüder: Wir sind vom Kosakenstamm.

Auf, Brüder, zum blutigen Kampf vom Sjan bis zum Don,
In unserm Heimatland soll kein Fremder mehr herrschen.
Das Schwarze Meer wird einst lächeln, der greise Dnipro sich freuen.
Unsere Ukraine sieht einem guten Geschick entgegen.

Refrain: Seele und Leib ...

Unser Eifer, gute Arbeit werden Früchte bringen,
Überall in der Ukraine werden frohe Lieder der Freiheit erklingen,

Über die Karpaten hinaus und durch die Steppen schallen.
Der Ruhm der Ukraine wird sich in alle Ferne verbreiten.

Refrain: Seele und Leib ...
Die Melodie der Hymne der Ukraine stammt aus der Feder eines aus der Westukraine stammenden katholischen Priesters, Mychajlo Werbyzkyi (1815-1870), der sie 1863 komponierte. Sie war als Vertonung des 1862 in der Verbannung in Archangeljsk verfassten patriotischen Gedichtes "Die Ukraine ist noch nicht tot" des aus der Gegend von Kiew / Kyjiw stammenden Ethnographen Pawlo Platonowytsch Tschubynskyi (1839-1884) gedacht. Das bald im ganzen Land gesungene Lied ähnelt in Melodie und Text der polnischen Nationalhymne (1797). Ab 1917 als Nationalhymne gesungen, wurde diese in der sowjetischen Zeit jedoch wieder abgeschafft. Nach Erlangen der Unabhängigkeit (Souveränitätserklärung der Ukraine am 16. Juli 1990; Unabhängigkeitserklärung am 24. August 1991) wurde das Lied 1992 zur offiziellen ukrainischen Nationalhymne erhoben.
Insbesondere wegen der als pessimistisch empfundenen Anfangszeile des ursprünglichen Gedichts ("Noch ist die Ukraine nicht gestorben, noch leben ihr Ruhm und ihre Freiheit") gab es Bestrebungen, einen neuen Text zu finden. Wie dies in ähnlichen Fällen vorzukommen pflegt, waren diese Bemühungen aber nicht von Erfolg gekrönt. So wurde 2003 vor allem die erste Zeile modifiziert (siehe oben). Interessant ist die im Refrain ausgedrückte starke Verbindung mit dem Kosakenmythos - der Hinweis auf das brüderliche Zusammenleben in den Kosakenstämmen. Offiziell gesungen wird nur die erste Strophe, wobei der Refrain wiederholt wird.
Tonbeispiele der Ukrainischen Nationalhymne:

Instrumentalversion 1 (472 k .mp3) Instrumentalversion 2 (1,6 MB .mp3)

Vokalfassung (gesungen vom Schweizer Rechtsanwalt Michael Sauser, 1 MB .mp3)

Der ukrainische Nationalfeiertag#

Der erste Kongress der ukrainischen Intellektuellen im September 1991 begann mit dem Lied der ukrainischen Freiwilligenverbände, die im Ersten Weltkrieg an der Seite Österreich-Ungarns gegen die Zarenarmee kämpften. Darin wird der Rote Schneeball, der schon über Kosakengräbern gepflanzt worden war, als Symbol der trauernden Heimat besungen. Das religiöse Lied "Gott, du großer, einziger, bewahre uns die Ukraine" (Boze Velykyi, Jedynyj, Nam Ukrajinu chrany"), das O. Koinys'kyj vor rund 100 Jahren schrieb, wurde von Mykola Lysenko vertont.

Die ukrainische Währung#

Seit der Währungsreform im September 1996 die Währungseinheit der Ukraine die Hrywnja (ukrainisch Гривня / Hrywnja; russisch Griwna). 1 EUR = rund 7 Hrywnja. Nicht alle Münzen und Scheine tragen das Staatswappen, auf den beiden folgenden Beispielen ist es jedoch sichtbar:


Der Tryzub auf Briefmarken#

Russland 1909-1917 überstempelt Aug. 1918


Rechts: Volksrepublik Ukraine, 1919. Diese Marken kamen jedoch nicht zum Einsatz.



Flagge und Wappen (1992)


Ukrainische Diaspora in Österreich (1992), griech.-kath. Kirche St.Barbara
in der Wiener Postgasse (2005)

Ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der ukrainischem Identität war und ist die Traditionspflege der vielen Millionen ausgewanderter oder im Ausland vorübergehend arbeitender Ukrainerinnen und Ukrainer.


Dies ist ein weiteres Beispiel einer österreichisch-ukrainischen Gemeinschaftsausgabe:
750 Jahre Lwiw/Lemberg


Die ukrainische Sprache



Lange Zeit galt das Ukrainische als ein "kleinrussischer" Dialekt der "großen" russischen Sprache. Besonders die Oberschichten blickten auf das "bäuerliche" Idiom verächtlich herab. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich die ukrainische Sprache wirklich durch – als wichtiges nationales Kennzeichen und Mittel der Identitätsfindung.
Seit 1991 ist Ukrainisch Staats- und Amtssprache, wobei aber das Russische in den östlichen Landesteilen und in Kiew / Kyjiw / Kijew weiterhin viel gesprochen wird. Infolge der Sowjetisierung hatte sich auch eine Mischform der beiden Sprachen entwickelt, der sogenannte Surschyk. Wenn diese Verschmelzung zweier aus der selben slawischen Urform hervorgegangener Sprachen auch auf dem Rückzug ist, so ist sie doch ein interessantes Phänomen der uns immer wieder begegnenden "Brückenfunktion" der "zwischenpositionellen" Ukraine. Das Thema der eigenständigen ukrainischen Sprache ist ein weiterhin nicht abgeschlossenes Element der Identitätsdiskussion.
Im Hinblick auf die in der Ukraine lebende starke russische Minderheit (17% national, 60% auf der Krim, 20 - 40% im Osten des Landes) ist der Schutz der russischen Sprache und Kultur jedoch in der Verfassung festgeschrieben.
Vom Russischen unterscheidet sich das Ukrainische in Wortschatz, Satzbau und Lautbildung. So werden etwa die Vokale "e" und "o" in geschlossenen Silben zu "i" , ebenso wird "je" zu "i". Hier ein paar transkribierte Beispiele:

Noch bis ins 20. Jahrhundert nannten die Russen die Ukrainer, ihre "jüngeren Brüder", Chochol ("Schopf"), während umgekehrt die Ukrainer zu den Russen Kacap (mit einem Spitzbart kak cap - wie ein Ziegenbock) sagten.



Zum Sprachproblem vergleiche:

http://blog.kievukraine.info/2007/02/tolerance-reduces-need-for-russian.html ²

Hauptvertreter der ukrainischen Literatur#

Taras Schewtschenko (1814-1861) wird in der Ukraine als die bedeutendste historische und literarische Gestalt verehrt. War 10 Jahre nach Kasachstan verbannt. Gedichte, wie Sapowit ("Vermächtnis") aus seiner Gedichtsammlung Kobsar (=wandernder Kobsa-Spieler) sind bis heute im Bewusstsein aller Generationen und Gesellschaftsschichten tief verankert.

Iwan Franko (1856-1916), westukrainischer Publizist und Universalgelehrter, studierte in Wien, schrieb deutsch, polnisch und ukrainisch. Gedicht Kamenjar (=Steinbrecher).

Jurij Fedkowitsch (1834-1888), bukowinischerächst deutsch, ab 1860 aber ukrainisch.

Wassil Stus(1938-1985), bedeutender Lyriker und Übersetzer, starb im berüchtigten Kältelager von Kucino, in das er wegen seiner Proteste gegen die Russifizierungspolitik Breschnews gerbracht worden war.
Juri Andruchowytsch (geb. 1960), westeuropäisch orientierter Essayist und Romancier aus Iwano-Frankiwsk,dem früheren Stanislaus. "Zwölf Ringe" (2005), Preis der Leipziger Buchmesse 2006 (Europa-Rede).

Der Eurovisions Song-Contest 2004#

Eurovision Song Contests 2004 (Istanbul) und 2005 (Kiew)


Mit der Rekordpunkteanzahl von 280 Punkten gewann 2004 die Ukrainerin Ruslana Lyzhichko souverän den 49. Eurovision Song Contest in Istanbul mit Ihrer super Performance "Dikiye Tantsy" (Wild Dances).



Der 50. Eurovision Song Contest fand am 19. und 21. Mai 2005 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt. Der Veranstaltungsort war der Sportpalast (Palats Sportu) in der Kiewer Innenstadt. Präsentiert wurden die Sendungen von den Moderatoren Mascha Jefrosinina und Pawlo Schilko, der in der Ukraine unter seinem Künstlernamen DJ Pasha bekannt ist und im letzten Jahr die Wertung seines Landes verlas. Der erfolgreiche ukrainische Boxer Wladimir Klitschko und die Vorjahressiegerin Ruslana führten zudem Interviews im Greenroom und vergaben die Siegertrophäe. Gewinnerin war Elena Paparizou, die für Griechenland mit dem Lied My Number One antrat. Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko überreichte der Gewinnerin persönlich ein Eurovisions-Zeichen aus 500 Gramm Gold.

Der Mittelpunkt Europas#

Ein vielleicht eher kurioses Symbol, dem aber doch eine gewissen politische Bedeutung bei der Hinwendung der Ukraine zu (West) Europa zukommt, ist der 1887 errichtete kleine Obelisk im Städtchen Rachiv (etwa 200 km westlich von Czernowitz). In dieser Zeit wurden im Zuge des Baues der Eisenbahnlinie Rahó–Szeged Vermessungsarbeiten durchgeführt. Im Verlauf dieser Arbeiten stellten die Ingenieure fest, den geographischen Mittelpunkt Europas eingemessen zu haben. Nach gründlicher Überprüfung bestätigten Wiener Wissenschaftler diese These. Die berechneten Koordinaten sind 47º 56' 3" nördlicher Breite und 24º 11' 30" östlicher Länge.

Der Text der lateinischen Inschrift lautet: LOCUS PERENNIS
DiliGentissime cum libella librationis quae est in Austria et Hungaria
confecta cum mensura gradum meridionalium et parallelorum
OVUM ("OURM") europeum MD CCC LXXXVII.

Der Text wurde golden ausgezogen, offenbar fehlerhaft - jedenfalls völlig falsch in der Wikipedia.
Links oben eine Tafel des sowjetischen Vermessungsamtes:
"Punkt des staatlichen Geodäsienetzes mit historischem Wert, wiederhergestellt 1986"

Der Mittelpunkt Europas wird an verschiedenen anderen Orten angenommen, vgl. hiezu Artikel und Karte

Mittendrin
... Hauptmann Netuschill vom k. k. militärgeographischen Institut zu Wien vermaß 1887 mit seinen Ingenieuren den Kontinent und stellte fest, dass die exakte Mitte Europas im toten Winkel der ukrainischen Waldkarpaten, nahe der Kleinstadt Rachiv liegt. Hundertvierzehn Jahre später - ein Besuch. Am Straßenrand, 47° 58 Minuten nördlich des Äquators, 24° 12 Minuten östlich von Greenwich steht ein Braunbär. Gegen ordentliche Bezahlung übersetzt er die Inschrift auf dem Gedenkstein: "Locus perennis ... der ewige Ort".Sergej besitzt als Einziger in der Region eine Sofortbildkamera. Im Bärenfell schwitzt seine Frau. Im Sommer warten sie auf Touristen, die sich im Zentrum Europas fotografieren lassen wollen - meist vergebens.
Auf der "Straße des Friedens" steht ein Kiosk. Darin die schlohweiße Raja. Sie ist klein, alt und nach eigenem Bekunden "Mitteleuropäerin".In Österreich geboren ging sie in der Tschechoslowakei zur Schule, gebar in Ungarn einen Sohn, schlug sich in der Sowjetunion als Näherin durch und verbringt nun ihren Lebensabend im ukrainischen Kiosk. Bewegtes Leben? "Nie rausgekommen aus der Mitte Europas", sagt die alte Raja. Nur die Besatzer haben in Rachiv gewechselt, öfter als irgendwo sonst in der Welt.Wenn man sie nach der "Mitte" fragt, lächelt die Alte und deutet auf ihre Armbanduhr. Sie zeigt acht Uhr. Auf dem gesamten Staatsgebiet der Ukraine ist es aber offiziell bereits zehn - Kiewer Zeit."Nicht für uns in Rachiv. Wir haben europäische Zeit".
Ein Besucher erklärt: "Hier leben Zigeuner, Polen, Deutsche, Moskitten (Russen), Italiener und Juden." Sein Nachbar unterscheidet lediglich zwischen "Ukrainern und dem Rest".

Ernest Neumann (90) ist der letzte Chasside in Rachiv. Er spricht neun Sprachen. Wenn er von »de Jidden« erzählt, von Vertreibung und Mord, vom Ende einer europäischen Kultur, dann spricht er deutsch.1940 von ungarischen Nazikollaborateuren verhaftet, entkam er, floh bei Jassinja über die Grenze in die Sowjetunion und landete als "deutscher Spion"(!) in einem Straflager bei Workuta am Polarkreis.Als er 1947 zurückkehrte gab es keine Juden mehr in Rachiv:"Ich hab im ganzen Leben gewollt nicht anders, als weg von de Mitten Europa." Neumann blieb…
aus: Stanislaw Mucha, Die Mitte (Film 90 Min., 2004) --> pdf (16 Seiten 1MB)

Symbole der Bukowina#

Geschichtlicher Überblick#

Zunächst Teil des selbständigen Fürstentums Moldau, 14.Jh. türkisch, später teils polnisch, teils russisch. Nach der Erwerbung Galiziens 1774 von Österreich besetzt, 1775 von der Pforte an Österreich abgetreten. Ab 1786 Teil des Königreiches Galizien, 1848 selbständiges Kronland 1919 kam das Land an Rumänien.
1944 wurde die Nord-Bukowina von den Russen besetzt. 1947 trat Rumänien dieses Gebiet samt Czernowitz an die Sowjetunion ab.
1991 Teil der unabhängigen Ukraine.
Historische Hauptstadt: Czernowitz. Fläche: 10.041 km² mit 730.000 Einwohnern (1910).
Bevölkerung: Ukrainern, Rumänen, Juden. 1910 ca. 21% Deutsche

Die Heraldik#

\In der Antike gehörte das Gebiet der Bukowina (= Buchenland) zur römischen Provinz Dakien. Ludwig der Große von Ungarn (1326-1382) vertrieb die Mongolen aus dem Land. Die ungarische Herrschaft in der Bukowina dauerte aber nur von 1342 bis 1348. In der Folge bildete die fast unbesiedelte Bukowina einen Teil des selbständigen Fürstentums Moldau, welches um die Mitte des 15. Jahrhunderts unter die türkische Oberhoheit gelangte. Der Norden war bis 1499 polnisch und wurde erst in diesem Jahr mit der Moldau vereinigt. 1768 bis 1744 besetzten die Russen die Bukowina. Nach der Erwerbung Galiziens war die Bukowina für Österreich von großer strategischer Bedeutung. Aus diesem Grunde besetzten 1774 österreichische Truppen das Land. 1775 wurde es von der Pforte an Österreich abgetreten, wobei Bestechungsgelder eine große Rolle spielten. Von 1786 an war es als Czernowitzer Kreis Teil des Königreiches Galizien. 1848 wurde das Herzogtum ein selbständiges Kronland und erhielt 1862 ein eigenes Wappen. 1919 kam das Land an Rumänien. 1944 wurde die Nord-Bukowina (der Teil nördlich des 48. Breitegrades) von den Russen besetzt. 1947 trat Rumänien dieses Gebiet samt Czernowitz an die Sowjetunion ab.
Das Wappen der Bukowina (1848-1918) war von Rot und Blau gespalten und mit einem schwarzen, ausgerissenen, silbergehörnten, rotbezungten, von drei goldenen Sternen begleiteten Kopf eines Auerochsen (Büffels) belegt.



Wappen nach H.G.Ströhl

Darstellung im Wiener Justizpalast

Wappen nach Franz Gall

Der Auerochsen- oder Büffelkopf war das alte Symbol des Moldaufürstentums. Einer rumänischen Legende zufolge geht dieses Zeichen auf eine Auerochsenjagd zurück, die der Wojwode Drago (14. Jh.) abhielt. Bei dieser Jagd wurde seine Hündin Molda tödlich verletzt, worauf der Heerführer einen Fluss nach ihr benannte, von welchem sich später der Name des Fürstentums Moldawien (rum. Moldawa) ableitete. Nach einer anderen Version der Legende wurde der Wojwode von 300 Männern begleitet, die später das Dorf Boureni (von Bour = Auerochs) gründeten, die erste Ansiedlung des Fürstentums.



Rekonstruierte Flagge der Moldau (14.-19.Jh)

Rekonstruierte Flagge der Moldau (um 1858)


Dieses Motiv findet sich bis auf den heutigen Tag in den offiziellen Wappen der Region:



Rumänien

Radauti/Radautz (Rumänien)

Moldawien

Umgekehrt hat sich die ursprüngliche Symbolik der Bukowina, das Buchenlaub, im Wappen von Stadt und Umland der ehemaligen Festung Chotin am Dnestr (der Sage nach hatten die türkischen Angreifer die Tochter des Stadtkommandanten in der Stadtmauer eingemauert), in der Symbolgeschichte der Stadt Czernowitz (siehe Wappen der Sowjetzeit unten) und im Wappen des heutigen Regierungsbezirkes von Czernowitz (Chernivets'ka oblast).



Wappen der Umgebung von Chotin

Wappen der Stadt Chotin

Wappen des Bezirkes von Czernowitz


Das Wappen des Umlands von Czernowitz stammt von O. Kryvorychko. Es enthält rechts das halbe Wappen der Stadt ohne Dreizack, links in Grün drei Bucheckern und ist von Buchenzweigen mit herbstlich-braunem Laub umrahmt, das von blau-gelben Bändern zusammengehalten wird.
Der Falke, der das Wappen des Chernivets'ka Oblast krönt, stammt von einer alten slawischen Keramik.
--> Zum Gesamtthema Bukowina vgl. die instruktive Website http://bukowina.info/

Symbole der Stadt der Stadt Czernowitz / Tscherniwzi#



Stadtplan
Bild zum Vergrößern anklicken

Franz Josef I. - neues Denkmal in Czernowitz
Bild zum Vergrößern anklicken


Einen großen Plan der heutigen Stadt Tscherniwzi finden sie hier

Siegel und Wappen#

Die österreichische Periode (1775-1918)#

Die Stadt Czernowitz erhielt bereits 1784 ein eigenes Wappenzeichen: ein silbernes offenes Stadttor mit sieben Zinnen, über welchem acht Steine in zwei Reihen schweben. Im Stadttor einen einfach gekrönten Doppeladler, die Brust mit dem österreichischen Bindenschild belegt, darunter zwei gekreuzte Lorbeerzweige. Die Zeichnung dieses Siegels findet sich auf der äußerst informativen Website http://bukowina.info/ mit der Umschrift "Czernowizer Stadt Sigel 1784". Dort wird auch die folgende Siegelkapsel präsentiert:


Die Website "Civil Heraldry" des Niederländers Ralf Hartemink zeigt eine Wappendarstellung, die dieser Form relativ nahe kommt (der Unterschied liegt in der Zahl der Zinnen und Steine). Nach der Abbildung in Meyer's Konversationslexikon von 1895 und nach der Darstellung im Buch "Städtewappen von Österreich-Ungarn" von H. G. Ströhl (1904) hatte das Stadttor nur fünf Zinnen, dafür aber schwebten über ihm sieben bzw. zehn Steine in zwei Reihen.



Wappen nach Hartemink

Wappen nach Meyer

Wappen nach H. G. Ströhl 1904

Die tatsächliche Entstehungsgeschichte des letzten Wappens der Stadt Czernowitz vor 1918 ist etwas kompliziert. Sie geht auf den Wunsch der Stadt zurück, aus Anlass des 60-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs I., - und vor der 500-Jahrfeier - eine neue Stadtfahne anzuschaffen. Da eine geeignete Vorlage dafür nicht aufzufinden war, wurde im Wege eines Ansuchens in Wien eine neue Wappenzeichnung geschaffen, die am 20. Juni 1908 offiziell gewährt wurde. Dr. Michael Göbl vom Österreichischen Staatsarchiv hat den genauen Vorgang und die Beschreibung des Wappens dokumentiert. Der Vorgang kann hier nachgelesen werden.

Und so sah das Wappen aus:

von Czernowitz aus dem Jahr 1908

Die rumänische Periode#

(1918 -1940)
Das Wappen von Czernowitz / Cernăuţi war unter der rumänische Herrschaft leicht geändert worden. Aus dem Stadttor war eine zweitürmige, silberne Festung in Rot geworden, in deren Torbogen ein schwarzer Auerochsenkopf, das Symbol der Moldau, schwebte, von einer goldenen Rose und einer goldenen Mondsichel beseitet. Zwischen den Hörnern befand sich ein sechseckiger silberner Stern und über dem Tor eine goldene Rose. Der Schild wurde von einer silbernen Mauerkrone mit sieben sichtbaren Zinnen gekrönt.

Die sowjetische Periode (1940 -1991)#

Nach der Eingliederung in die Sowjetunion zeigte das Wappen der Stadt Czernowitz / Tschernowzi in Blau eine roten bezinnten Torbogen der mit dem Zeichen von Sichel und Hammer in Gold besetzt war. Im Torbogen wurde ein silbernes Gebirge sichtbar, darunter grüne Buchenblätter und zwei horizontale Wellenlinien in Silber. Das Tor erinnert an den Haupteingang der Universität, die ja ursprünglich Sitz des orhtodoxen Metropoliten war.



Rumänische Periode (1918-1940)

Sowjetische Periode (1941-1991)

Wappen seit 1991

Die moderne Periode (seit 1991)#

Das heutige Wappen von Czernowitz / Tscherniwzi lehnt sich an das alt-österreichischen Wappen an. In einem mit sieben Zinnen besetzten silbernen Stadttor in Rot schwebt der goldene Dreizack, das Symbol der Ukraine. Über dem Stadttor acht Steine in zwei Reihen, unter dem Stadttor zwei Lorbeerzweige, die von einem blau-gelben Band zusammen gehalten werden. Der Schild ruht auf einem goldenen Wappenmantel und wird vont einer silbernen Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen bekrönt.





Verschiedene Ausführungen des modernen Wappens von Czernowitz

Das Rathaus von Czernowitz
Das 1843-1846 erbaute, aber erst am 20. März 1848 offiziell eröffnete Rathaus am Ringplatz/Zentralplatz, wurde von einem großen Doppeladler gekrönt, der - wie der "König der Lüfte" selbst - hoch über der Stadt zu schweben schien. Der Doppeladler ist seinem Wesen nach ein uraltes Schutzsymbol, weil seine beiden Augenpaare in alle Richtungen sehen können. In der ö.-u. Monarchie breitete er seine Schwingen über den Vielvölkerstaat aus - zusammen mit dem Porträt Franz Joseph I., des "alten Kaisers", war er wichtigstes Staatssymbol.
Heute weht über dem Wahrzeichen der Stadt die ukrainische Flagge. Die Fassade trägt das Stadtwappen und eine Uhr, die auf besondere Weise schlägt. Täglich um 12 Uhr erscheint auf dem Turm ein Mann in Huzulentracht, der mit einem Trompetensignal die Mittagsstunde angibt. Frühere Berichte sprechen davon, dass zur vollen Stunde die Trembitain die vier Windrichtungen geblasen wurde, während die Viertelstunden durch Pfiffe angezeigt wurden.



Das Rathaus in der Monarchie

Photo by Lyuda Meshcheryakova

Das Denkmal der Austria#

Denkmal am Austria-Platz (mit Klick vergrößern!)
Denkmal der Austria (1775-1918)

--> Siehe hiezu den eigenen Beitrag

Ein wichtiger Faktor für die ukrainische Identität sind die ethnischen Minderheiten, deren bekannteste die Huzulen sind.


Zum Thema Czernowitz vgl. die instruktiven Websites:
http://www.czernowitz.de/ http://de.wikipedia.org/wiki/Czernowitz http://www.city.cv.ua/English/


Die Ukraine ist ein europäisches Land - ihre Orientierung auf Europa ist deutlich zu spüren.


Aktuelle Literatur:

--> Helmut Braun (Hg.) Czernowitz - Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole, Ch. Links Verlag, Berlin September 2005, 181 Seiten, zahlreiche Abbildungen, EUR 29,90 - bei Amazon kaufen
--> Evelyn Scheer / Gert Schmidt, Die Ukraine entdecken, Trescher Reihe Reisen, Berlin 2004, 508 Seiten,
EUR 19,95 - bei Amazon kaufen
--> Reinhold Czarny/Oksana Nakonechna: Foto-DVD und Film-DVD über Czernowitz: http://www.mythos-czernowitz.eu/

Weitere Websites zum Thema Ukraine und Czernowitz:

Osteuropa-Info: http://www.osteuropa-infoseite.de/ukraine.htmBukowina-Forschungszentrum

Czernowitz: http://hosted.sacura.net/oldfriends/bz/Deutsch/zag_inf.html http://www.ukremb.at/

Neuere Geschichte: http://www.ukraina.at/geschichte.html

Religion und Zeittafel: http://www.ukremb.at/aktuell/allgemei.htm

OffizielleStadt-Site: http://www.city.cv.ua/flash/English/index_bis.html Symbole der Regierungsbezirke der Ukraine

Dieser Artikel wird laufend ergänzt - Hinweise willkommen.

« Diese Seite wurde am Donnerstag, 5. November 2009, 22:52 von Symbole erstellt, zuletzt geändert am Freitag, 30. Juli 2010, 11:23 von Wurzinger Gerhard (Version 95).  
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